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Tagesreise nach London – Zwischen Touris und Entspannung

Juni 22, 2018.Marin Niehues.4 Likes.0 Comments
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Am unbekannten Geheimtipp dem „Riversidewalk“ gibt es lauter kleiner Locations zu entdecken.

Warum eine Tagesreise?

Eigentlich sind wir ja nicht die Typen für Tagesreisen. Besonders nicht, wenn die Stadt riesig und die Sehenswürdigkeiten so zahlreich sind. Aber wer kann bei einem Flug für 20€ schon nein sagen?

Meine Freundin (Henrike) hat ein Hotel gebucht – dazu nachher mehr – ich den Flug und los ging es in die Metropole der unsäglichen Geschmackskompositionen: London. Unser Abflug in Dortmund war Donnerstag um 15:45, zumindest auf dem Papier. Als wir endlich um 16:40 das Rollfeld verließen und in einem Flieger mit dem Charme einer Jugendherberge auf dem Ballermann über die Wolken glitten, dachten wir, dass wir die größte Überraschung bereits geschafft hätten – falsch gedacht, wie sich gleich herausstellen sollte.

Gegen 17:00 setzen die Räder unserer fliegenden Jugendherberge auf dem Rollfeld in London Stansted auf, wobei sich die Landung eher wie ein Aufprall anfühlte, und wir waren endlich da. Also schnell zur Passkontrolle und voller Elan eine Stunde die Beine in den Bauch stehen. Die Kontrollstationen waren nicht einmal zur Hälfte besetzt, die Schlange dafür umso länger. Eingequetscht zwischen diversen Fallexemplaren menschlicher Sozialstudien verging nicht nur die Zeit wie Kaugummi, sondern auch unsere Entdeckungslust wurde gebremst. Wir wollten nur noch ins Hotel und unsere Ruhe. Aber alles endet irgendwann und so wurden wir schließlich auch aus dieser Tortur entlassen – um 18:30. Also endlich! Auf nach London! Ab in den Zug, Tickets fix online gebucht, und schon einmal unsere Unterkunft abchecken um zu sehen wo wir genau hinmüssen.

 

Ausversehen eine WG gebucht

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt das erste Mal die, von meiner Freundin, gebuchte Unterkunft angesehen und wurde stutzig. In den Bewertungen für die Unterkunft hieß es „the flat is very nice and the room big and tidy.“ – Okay, moment. Wohnung? Also ab auf die Buchungsdetails – Beschreibung der Unterkunft gelesen und bäm. „Room in a shared flat with other travellers.“ Gut, dass ich nicht mehr im Flugzeug saß – ich wäre aus allen Wolken gefallen. Als meine Freundin ihren Fehler realisierte und dass sie statt eines Hotels mit Frühstück ein WG-Zimmer im Londoner East End gebucht hatte, fiel ihr alles aus dem Gesicht. Bisher waren wir immer nur in Hotels oder zumindest Private Rooms in Hostels untergekommen, spießig halt – aber mit Frühstück. Während meine Freundin diesen Schock erstmal verdauen musste, habe ich mich vor Lachen nicht mehr halten können, die Situation war zu skurril. Also ehrlich: Wie verwechselt man ein Hotel mit Frühstück und ein WG-Zimmer in einem der „rougher parts of London“ in einer leicht baufälligen Wohnung? An diesem Punkt dachten wir echt, dass wir mit der Unterkunft nicht mehr glücklich werden können. Aber Spoiler: Am Ende war es eine Erfahrung, die uns mehr gegeben hat als jedes Hostel.

Angekommen an unserer Unterkunft waren wir schockiert. Es sah von außen einfach heruntergekommen aus und auch das Treppenhaus hat seine besten Tage schon vor Jahrzehnten erleben dürfen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon mit unserer gesamten Reise abgeschlossen und wollten nur noch nach Hause – aber bis Samstag mussten wir dann halt doch noch irgendwie ausharren. Also an die Tür zur Unterkunft geklopft und prompt uns geöffnet. Ein leicht untersetzter Asiatisch-Indischer Engländer öffnete uns breit lächelnd die Tür „Welcome friends!“. Die Wohnung war leicht baufällig aber sauber und das Zimmer groß. Die Unterkunft war also wider Erwarten vollkommen ok – aber der größte Pluspunkt war unser Gastgeber. Freundlich, herzlich und interessiert gab er uns eine Stunde lang (!) Reise-, Veranstaltungs- und Insidertipps, wir waren begeistert und dank seiner unglaublichen Gastfreundschaft waren unsere ersten Zweifel mehr als zerstreut. Es war mittlerweile zwar schon 20:00, wir wollten aber doch noch ein wenig erleben und haben direkt bei Google Maps geschaut, wo wir etwas zu Essen für unsere geschundenen und, vor allem, extrem hungrigen Körper bekommen. Einige Restauranttipps und Rezensionen später haben wir einen Burgerladen am Themsenufer auf der südliche Flussseite gefunden, der uns gefiel. Dank Zeitmangel fix einen Uber gerufen – hingefahren – gegessen – enttäuscht gewesen. Das Essen war super mäßig und keines Fotos wert, der Preis mit 35 Pfund jedoch besser gepfeffert als das besagte Essen.

Aber, was solls. Morgen war ja auch noch ein Tag. Also sind wir durch das Bankenviertel nach Hause gelaufen – direkt am Skygarden vorbei. (Das Gebäude sieht aus wie ein Wal mit offenem Mund von vorne. – Hammer!) Ab nach Whitechapel, in die Wohnung, in das Bett und schlafen.

 

24 Stunden für eine ganze Metropole

Man sagt ja immer, man soll aufhören wenn es am Schönsten ist – und so ist das glaube ich auch mit Schlaf. Oder zumindest mein Wecker war der Meinung. 08:30Uhr aufstehen war, nach kaum 7 Stunden Schlaf, nicht unsere beste Idee – aber bei einem Tagestrip hat man ja nicht so viel Zeit und man will doch einiges sehen. Da in unserer Unterkunft eben kein Frühstück dabei war, Tripadvisor geöffnet und nach Frühstückslokalen in London gesucht. Bill’s at Covent Garden. Gute Bewertung, schöne Lage, faire Preise – und am anderen Ende von London. Aber wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Also haben wir uns einen Tisch reserviert und uns auf die Socken gemacht. Zwar wollte uns Google Maps durch die gesamte Innenstadt von London jagen, aber wir hatten eher Lust auf eine Tour an der Themse vorbei. Während wir also Richtung des Flusses marschierten, sahen wir auf einmal ein recht kleines, unauffälliges Schild „Follow here for Riverside Walk West“ – wir wollten an der Riverside entlang und nach Westen, passte also wie die Faust aufs Auge. Der Riverside Walk war wenig besucht, wir waren die Einzigen die ihn gegangen sind, war aber dafür umso interessanter. Durch kleine Tunnel, unter den großen Brücken und durch enge Gassen haben wir das ein oder andere Juwel entdeckt, dass sich den meisten Touristen wohl ihr Leben lang entziehen wird. An dieser Stelle empfehle ich jedem: Macht den Riversidewalk – es lohnt sich. Der besagte Weg führte uns direkt vom East End zu unserem Ziel in Covend Garden. Dort angekommen, waren wir positiv überrascht. „Bill’s“ sah sehr einladend aus und dank Online-Reservierung auf dem Weg haben wir sofort einen Platz bekommen.

Wenn man schonmal in England ist, will man ja auch die lokale Küche testen und man kann davon halten was man will, aber für uns haben Würstchen und baked beans zum Frühstück definitiv etwas. Sowohl dies, als auch das vegetarische Frühstück kann man nur weiterempfehlen.

Jetzt waren wir also in Covent Garden und wenn man schonmal da ist, kann man es sich auch direkt genauer anschauen. Es gibt viele kleine Märkte und Gassen zu entdecken, aber irgendwie scheint hier alles perfekt. Kein Müll auf dem Boden, keine schlecht gekleideten Menschen. Für uns etwas zu perfekt. Also ging es zwei Straßen weiter, fünf Minuten Fußweg und schon stehen wir in London Chinatown. Es sieht aus wie eine ganz andere Welt als die, in der wir vorher waren. Auf einmal spricht kaum mehr jemand Englisch und wir verstehen auch nicht mehr, was auf Speisekarten oder Hauswänden steht. Diese 3, 4 Straßen sind fast schon ein anderes Land. Begeistert sehen wir Menschen mit Bubbletea an uns vorbei Laufen und halten von da an die Augen offen. Gelohnt hat es sich leider nicht, denn der Bubbletea war mehr als enttäuschend und auch noch viel zu teuer. Ein wenig traurig, aber auch begeistert machen wir uns auf, zu einem unserer wenigen, im Voraus geplanten Ziele – Soho. Eigentlich nur, weil ich da unbedingt hinwollte – und es hat sich gelohnt.

Was uns zuerst ins Auge fällt, sind die viele Theater und die Musical-Plakate. Einladungen zu Proben, Vorstellungen und für Konzerte. Pubs finden sich an jeder Ecke und wir sehen unseren ersten Döner-Laden in London, außerhalb von Whitechapel. Es fühlt sich ein wenig an wie Berlin-Kreuzberg nur HIER IRGENDWAS WITZIGES EINFÜGEN ÜBER BERLIN UND LONDON VERGLEICH (Nö Schatz, das musst du schon selber machen). Wirklich faszinierend zu sehen, wie sich die Stadt vom einen zum nächsten Moment fast komplett verändern kann.

Endlich eine Runde im Park entspannen.

Kulinarische Erlebnisse

Auf unserem Weg zum St. James’s Park liegt – weniger geplant als zufällig entdeckt – auch der Picadilly Circus, der zwar schön anzusehen ist, aber leider unglaublich überfüllt. Lediglich die „M&M World“ weckt unser Interesse und mit „unser“ meine ich das meiner Freundin. Also rein ins Schokoparadies. 3 Etagen, voller zuckriger süßer Diabetes in Pillenform und Kleidung, Thermoskannen, Sticker, Plüschfiguren, riesige, unterbezahlte Mitarbeiter die in M&M Kostümen Kinder bespaßen und auch ein wenig gruselig aussehen, in ihren immer-lächelnden, übergroßen Schokolinsen-Kostümen. Trotzdem wird die Tüte mit M&Ms in den Farben „Unicorn“ und „Spring“ gefüllt, bestimmt schmecken alle anders, zum Beispiel nach Einhörnern, oder Frühling! Irgendwo in der Nähe des Picadilly Circus finden wir auch einen japanischen Lebensmittel- und Tonwaren Laden und lassen uns direkt mitreißen. Besonders ich bin direkt begeistert von den Ramen in Pikachu-Form, von Aloe Vera Drinks in 7 verschiedenen Sorten und von KitKat mit Matcha-Geschmack. Am Ende kaufen wir leider nur zwei ungesüßte Eistees und stellen fest, dass wir uns auch vorher hätten überlegen können, dass diese wohl einfach nach kaltem Tee schmecken, zumal das auch die einzigen Zutaten sind. Manchmal wächst unsere Begeisterung doch über unsere Intelligenz weit hinaus.

Also den bitteren Geschmack des grünen Tees und der Niederlage hinter mich lassen und weiter geht es, Richtung St. James’s Park. Schon kurz darauf stehen wir überrascht auf dem Vorhof der St. James Church, auf dem sich ein kleiner Markt findet. Selbst gemachte Karten reihen sich neben Obst und Holzarbeiten und das Beste – irgendwie sind wir die einzigen Touristen. Gerade das macht den Charme daran aus, da es nicht gezwungen oder falsch wirkt, sondern wie eine versteckte Seite der Stadt, die man nicht findet, wenn man danach sucht.

Unseren Zeitplan haben wir hier schon längst aufgegeben und versuchen jetzt nicht einmal mehr, um 15 Uhr am Borough Market zu sein, da wir um 13:30, 7km von diesem entfernt die Erleuchtung hatten, dass dies etwas ambitioniert scheint.

Nach dem Motto „wenn wir jetzt eh schon Zeit haben..“ sehen wir uns im Park gar nicht erst um, sondern suchen uns direkt eine Wiese und gönnen unseren Füßen – dumm genug keine Sportschuhe anzuziehen – ein wenig Ruhe. Einheimische Tauben sind begeistert von den M&Ms, die übrigens, trotz der schönen Farben, alle gleich nach Schokolinse schmecken. Spiele wie „welche Farbe hat der M&M“ erübrigen sich schnell, da sie irgendwie doch weniger Spaß machen, wenn alle gleich schmecken. Der St. James’s Park hat neben viel zu handzahmen Tauben aber auch Eichhörnchen, Enten, Schwäne und angeblich einen Pelikan zu bieten. Laut Schild darf man diesen allerdings nicht streicheln. Hier fragen wir uns -hoffentlich zurecht – wem es wohl in den Sinn käme, einen hüfthohen Vogel mit einem Schnabel zu streicheln, der groß genug scheint, um zwei kleine Hunde zu vertilgen. Naja, Vorsicht ist besser als Nachsicht, oder vielleicht sind auch tatsächlich schon arme Chihuahuas (oder Kinder?!) verloren gegangen. Man kann ja nie wissen!

Ih, Menschen!

Zu diesem Zeitpunkt des Tages hatten wir das Gefühl, irgendwie schon alles von der Stadt gesehen zu haben. Immerhin waren wir um die Uhrzeit seit 7 Stunden unterwegs und gefühlt vom einen Ende der Innenstadt bis zum anderen gelaufen und unsere Füße waren definitiv der Meinung, genug gesehen zu haben. Dabei waren wir ja gerade erst in Westminster angekommen! Für uns hieß es aufraffen und raus aus dem Park, in die Touristenmassen. Ein wenig unentspannt ist es auf jeden Fall, zwischen gaffenden Mengen vor dem Buckingham-Palace zu stehen und sich mit der Masse an Westminster-Abbey vorbei auf den Big-Ben zu zubewegen. Aber gerade der Big-Ben wurde uns im Englisch Unterricht der fünften Klasse als DAS Wahrzeichen Londons versprochen, und bestimmt ist er das auch, aber das uneindrucksvolle weiße Gerüst und die Plane um seine Spitze minderten diesen Eindruck ein wenig, zumal wir eh viel zu abgelenkt von ein paar Frauen waren, die versuchten sich zu viert in eine Telefonzelle zu quetschen, um das beste Foto für den Jungesellinnenabschied zu machen. London in seiner ganzen Pracht und Eleganz also.

Meine Freundin mit ihren 1,65m konnte geradeaus nur die Rücken ihrer Vormänner sehen, also versuchte ich uns an der Hand zum Luft holen an den Rand zu ziehen und wir landeten auf einer der vielen Brücken der Stadt. Im Nachhinein stellte sich heraus: Es war die Westminster Bridge. Hätte man sich auch denken können – Erleichterung von der Masse hatte ich uns auch nicht verschafft, eher das Gegenteil. Denn jetzt mussten wir auch noch drauf achten, nicht von einem der zahlreichen Taxen oder Bussen zu Boden befördert zu werden.

Während dieses Kurz-Kurzurlaubs stellten wir wieder einmal fest, dass wir nicht für die großen Menschenmassen gemacht sind und uns wohl einfach nicht wohl fühlen, wenn alles nach Schweiß riecht und man sich kaum nach hinten bewegen kann – geschweige denn will – da eben alles nach vorne geht. Unser Ziel hatten wir trotz allem nicht aus den Augen verloren und wir freuten uns bereits jetzt auf den Borough Market.

Bei unseren Fußwegen achten wir darauf, die schönen Strecken zu gehen, also möglichst nah am Wasser und gerne auch mal ein paar Umwege – es lohnt sich wirklich. So entdeckten wir vor der Royal Festival Hall wohl etwas, was wir im Nachhinein als Teil des Underbelly Festivals einstufen. Auch wenn andere sich vielleicht denken, man könnte sowas ja auch planen, ist es irgendwie wirklich schön Dinge selbst zu finden und sich dann zu fragen, was das sein könnte. So auch eine Sandwichbar in einem alleinstehenden kleinen Haus, mitten zwischen Mehrstöckigen, riesigen Gebäude, die irgendwie wirklich fehl am Platz und süß zugleich aussieht.

Dadurch, dass wir so viele Umwege gehen und viel genutzte Strecken vermeiden, dauert es schließlich fast ein einhalb Stunden – also doppelt so lang – bis wir am Borough Market ankommen. Wir hatten uns zuvor Sorgen gemacht, er könnte den Ansprüchen nicht gerecht werden, die wir über den Tag an ihn aufgebaut hatten, in den großen Markthallen bei der London Bridge findet sich an schönen Ständen wirklich alles Essbare, was man sich vorstellen kann. Brot und weitere Backwaren, Hummer, Fisch, Gemüse, Obst, Fleisch und Käse und zum Ende hin, am Green Market in Richtung des Schiffs „Golden Hinde“ auch Stände die von indischen, frittierten Reisbällchen, bishin zu „German Hotdogs“ mit Sauerkraut reichen. Trotzdem ist uns irgendwie nach asiatisch und wir haben das dringende Bedürfnis uns hinzusetzen.

Den besten Ausblick über die Stadt hat man immer noch von einer der zahlreichen Brücken.

Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.

Wir verlassen den Borough Market und an dieser Stelle beginnt der für uns schwierigste Teil am Reisen – wo sollen wir essen? Eigentlich kann es so schwer nicht sein, denken wir uns jedes Mal. Wir suchen ja nur nach einem relativ günstigen Restaurant, mit leckerem Essen und vegetarischem Angebot, was uns beiden schmeckt, mit einem netten Ambiente, bei dem man draußen sitzen kann und die Kellner*innen nett aussehen. Außerdem sollten nicht zu viele Menschen da sein und auch nicht zu wenige, es sollte am besten noch gut gelegen sein, aber draußen auch nicht zu laut. Als Pluspunkt sollte der Weg dorthin kürzer als 10 Minuten dauern, so viel halten unsere Mägen nach der Zeit ohne Essen, sondern nur mit den Resten des english Breakfast und M&Ms gefüllt, nun auch nicht mehr aus. Man sieht, kein Problem vorhanden.

Wider Erwarten fanden wir allerdings tatsächlich etwas und es dauerte nicht – wie im letzten Urlaub – 2 Stunden. Wir entscheiden uns für das „Wagamama“ an der Clink Street, ein japanisches Restaurant mit Curry, Ramen, Dumplings und auch sehr vielfältiger vegetarischer und veganer Auswahl. Man kann draußen unterhalb der Promenade der Themse sitzen und das Essen ist wirklich lecker. Auf Nachfrage bekommen wir auch Besteck statt Stäbchen, damit wir uns nicht unfreiwillig ein Spektakel für vesierte Stäbchenprofis bieten müssen und die Bedienung ist wirklich sehr freundlich. Als Vorspeise Dumplings, als Hauptgericht habe ich ein vegetarisches Curry und meine Freundin vegane „Ente“ mit Reis – beides wirklich sehr lecker – und Nachtisch für mich eine Art frittierte Bananen in salziger und ein wenig scharfer Caramelsoße und für meine Freundin einen Schoko-Haselnuss Kuchen, der sogar mir schmeckt. Trotz all dem Essen fühlen wir uns nicht vollgefressen und bitten um die Rechnung – wir hatten mit 30€ Budget geplant, dieses aber ob der attraktiven Speisekarte irgendwie verdrängt. Umgerechnet etwas mehr 60€ haben wir für das Essen bezahlt – hätten wir uns wohl auch vorher denken können. Gut, finden wir, wo wir vorher gespart haben können wir jetzt wohl mehr essen und geben noch 10 – 12% Trinkgeld, wie es sich gehört. Dafür war es auch echt lecker. Nächstes Mal lassen wir vielleicht den Nachtisch weg, das sind schonmal 10€ weniger.

Wer Taxi fährt, der sieht nichts von der Stadt!

Während unserer Reise sind wir nur ein Mal Taxi gefahren – genauer gesagt Uber – und das am ersten Abend. Also sind wir auch am zweiten und schon letzten Abend zurück zur Wohnung gelaufen noch einmal am Wal vorbei gekommen, welcher von den zwei „seitlichen“ Seiten, wo eigentlich seine kleinen Flossen sitzen sollten, weitaus weniger aussieht wie ein Wal – irgendwie enttäuschend. Whitechapel sind in der zweiten Nacht auch schon gar nicht mehr so gruselig und kriminell aus, zumal uns eigentlich alle ignorieren und irgendwie finden wir es jetzt schön, so einen kulturellen Austausch direkt vor der nicht-Hotel-Tür zu haben. Unser Gastgeber sagte sowieso, dass die jungen Männer vor dem Haus keine Dealer seien, sondern einfach nur Junge sind, die ein bisschen Spaß haben wollen. Sei etwas los und wir bräuchten ihre Hilfe, seien sie aber sofort zur Stelle. Glücklicherweise kam es nie so weit. Die Kamera stecken wir um 23 Uhr trotzdem weg, würden wir bei uns zu Hause ja genauso machen.

Wir fallen nur noch erschöpft ins Bett, lernen zuvor allerdings noch zwei Franzosen kennen, die jetzt mit uns bei Ashraf, in einem der anderen drei Zimmer schlafen – auch sehr nette Leute.

Am nächsten Morgen hieß es nur noch Sachen packen und los. Gefrühstückt haben wir – verhältnismäßig günstig – wirklich lecker am Flughafen bei „The Windmill“.

Dass der Sicherheitscheck-in ewig gedauert hat, der Flug nicht auf der Abflug- Tafel angezeigt wurde und sowieso Verspätung hatte, wir bestimmt 45 Minuten vor dem Flugzeug standen und die Landung so holprig war, dass alle im Flieger aufgeschrien haben, erspare ich an dieser Stelle und komme nun zum Ende.

 

Fazit

Denn man kann wirklich sagen, dass es sich gelohnt hat und für uns war dieser eine Tag mit zwei Nächten wirklich perfekt. Natürlich hätte es mehr zu sehen gegeben, so viele Viertel und allein die Museen und bestimmt werden wir noch einmal für so einen Tagestrip nach London – und zu Ashraf – zurückkehren, aber unser Lieblingsreiseziel ist es trotz der netten Menschen nicht. Die Stadt ist zwar wunderschön, aber sie wirkt auch ein wenig wie auf Hochglanz poliert und gerade an den Touri-Hotspots unecht.

In London wohnen? Nein. Aber für einen Kurzurlaub perfekt.

Marin & Henrike
(Marin)

 

Der Borough Market bietet alles was der Herz begehrt – und vermutlich noch ein wenig mehr.

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